Natura 2000 Bilder

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Ein europaweites Netzwerk von geschützten Gebieten

Jeder Mitgliedstaat übernimmt für jene Lebensräume und Arten Verantwortung, die auf seinem Hoheitsgebiet im internationalen Vergleich besonders wichtige Vorkommen haben.

Bisher wurden in ganz Europa mehr als 26.000 Gebiete in das Netzwerk aufgenommen. Sie decken nahezu ein Fünftel der Landfläche und einen bedeutenden Teil der Wasserfläche Europas ab.

Natura 2000 Niederösterreich-Hohe-Wand-Übersichtskarte

Natura 2000 Niederösterreich-Hohe-Wand-Übersichtskarte

Gebiete dienen aber nicht nur dem Schutz der seltenen oder gefährdeten Arten und Lebensräume. Sie bieten auch zahlreichen wild lebenden Tieren und Pflanzen, die zwar häufiger Vorkommen, aber ebenso ein wichtiger Teil unseres Naturerbes und der biologischen Vielfalt sind, sichere Refugien.

Rechtliche Grundlage für das Netzwerk sind zwei Naturschutz-Richtlinien der Europäischen Union: die Fauna-Fiora-Habitat-Richtlinie zum Schutz von Lebensräumen und Arten sowie die Vogelschutz-Richtlinie.

Natura 2000 Niederösterreich Anninger Ritter Hans Quelle

Natura 2000 Niederösterreich Anninger Ritter Hans Quelle

Teil einer lebendigen Landschaft

NATURA 2000 erhebt nicht den Anspruch, Naturschutzgebiete zu schaffen, in denen jegliche wirtschaftliche Aktivität des Menschen generell eingeschränkt ist. Nachhaltige Aktivitäten werden in vielen Bereichen sogar gefördert.

Zahlreiche Gebiete verdanken ihren Wert gerade der bisherigen Nutzung. In solchen Fällen muss sichergestellt werden, dass diese Aktivitäten (z. B. extensive Landwirtschaft) in Zukunft weitergeführt werden können.

Natura 2000 Niederösterreich Anninger Wegkreuz

Natura 2000 Niederösterreich Anninger Wegkreuz

NATURA 2000 in Niederösterreich

Niederösterreich hat 36 Gebiete ausgewiesen, die rund 23 % der Landesfläche abdecken. Diese Gebiete erhärten nach der gesetzlichen Beschlussfassung die Bezeichnung „Europaschutz-gebiete“.

Für jedes einzelne Europaschutzgebiet ist ein Managementplan erstellt worden, der die Erhaltungsziele und die zu ihrer Erreichung notwendigen Maßnahmen enthält.

Natura 2000 Niederösterreich Anninger Wilhelmswarte

Natura 2000 Niederösterreich Anninger Wilhelmswarte

Die rote Waldameise

Schwärmperiode

Zwischen Ende April und Anfang Juni kann man in der Schwärmerperiode an schwülen Tagen den sog. Hochzeitsflug beobachten. Die Geschlechtstiere fliegen von erhöhten Punkten ab und paaren sich in der Luft, wobei sie meist zu Boden sinken.

Natura 2000 Niederösterreich Rax Alpenverreinssteig

Natura 2000 Niederösterreich Rax Alpenverreinssteig

Tochternestbildung

Von Mai bis Juli kann bei polygynen Ameisenvölkern (Kolonie hat mehrere Königinnen) die Tochternestbildung, die natürliche Ameisenvolkvermehrung, beobachtet werden. Dabei zieht ein Teilvolk, welches neben Königinnen und Arbeiterinnen auch Brut in allen Entwicklungsstadien beinhaltet, aus und bildet oft weitab vom heimatlichen Nest einen eigenen Staat (Volk).

Natura 2000 Niederösterreich Rax Hoyossteig

Natura 2000 Niederösterreich Rax Hoyossteig

Winterruhe

Dies ist schon eine der Verbreitungen für die Winterruhe. Ab August werden eiweißangereicherte Reservestoffe in Form von Körperfett für die Überwinterung angelegt. Ab September wird auch die Eierproduktion eingestellt. Bei unter + 8 °C absinkender Außentemperatur ziehen sich die Ameisen in ihre Erdkammern zur Winterruhe zurück, womit der Jahreszyklus geschlossen ist.

Natura 2000 Niederösterreich Anninger Phönixberg

Natura 2000 Niederösterreich Anninger Phönixberg

Schützt die Waldameise!

Gesunderhaltung des Waldes durch Vertilgung von Schädlingen (1 Volk erbeutet bis zu 120 000 täglich)

Bodenverbesserung durch tiefe Auflockerung, Durchmischung mit Humus, Wasserbindung, Anreicherung mit düngenden Kleinstlebewesen

Vermehrung von Pflanzenarten durch Samenverbreitung

Ertragssteigerung an Holz, Samen, Beeren, Pilzen

Erhöhte Waldhonigernte durch Förderung der Honigtauspender

Zusätzliche Wildäsung durch mehr Eichelmast, Sämlinge und Kräuter

Wegen dieser umfassenden, für Gesundheit und Ertrag des Waldes hochbedeutsamen Schutz- und Nutzwirkungen, steht die Waldameise unter Naturschutz!

Nestanlage bitte nicht zerstören!!! Niederösterreichische Berg- und Naturwacht Landesleitung.

Natura 2000 Niederösterreich Schneeberg Krummbachstein

Natura 2000 Niederösterreich Schneeberg Krummbachstein

Naturschutz

Europaschutzgebiet „Wienerwald – Thermenregion“

Der Wienerwald ist eines der bedeutendsten zusammenhängenden Laubwaldgebiete Mitteleuropas. Die Thermenlinie wiederum ist ein traditionsreiches Weinbaugebiet und geprägt von wertvollen Trockenlebensräumen. Aus der engen Verzahnung des Waldes mit Offenlandflächen wie Äckern, Wiesen und Weiden resultiert eine abwechslungsreiche Kulturlandschalt.

Einige Bewohner des Gebietes

Neben den dominierenden Buchen prägen Flaumeichen und Schwarzkiefern den Wienerwald. Verschiedene Spechte, der Uhu und der Schwarzstorch sind typische Wald bewohnende Vögel des Gebietes.

Altholz und Totholz bieten Lebensraum für Käferarten wie den Eichenbock oder den Hirschkäfer. Auch Fledermäuse wie Großes und Kleines Mausohr oder die Große Hufeisennase fühlen sich hier wohl.

Ein typischer Bewohner der Trockenrasen ist das Ziesel. In der abwechslungsreichen Weinbaulandschaft sind Wachtelkönig und Heidelerche zu Hause.

Wienerwald Felderhebung am Höhenweg zum Husarentempel

Wienerwald Felderhebung am Höhenweg zum Husarentempel

Naturschutz auf freiwilliger, partnerschaftlicher Basis

Ein Schwerpunkt im Gebiet „Wienerwald – Thermenregion“ ist die Erhaltung der Wienerwaldwiesen. Voraussetzungen für die Erhaltung dieser artenreichen Lebensräume sind regelmäßige Mahd oder Beweidung. Speziell abgestimmte Bewirtschaftungsverträge mit Landwirten tragen zur Sicherung zahlreicher Trocken- und Magerrasen bei.

Der Bau der Waldameisen

Die als Ameisenhügel oder Ameisenhaufen bezeichneten Nester der generell hügelbauenden Waldameisen bestehen aus einem oberirdischen und einem unterirdischen Nestbereich, wobei der Oberteil aus Nestdecke und Nestkuppel besteht.

Fast alle Nester der Waldameisen werden vorwiegend auf 1 bis 2 Jahre alten Wurzelstöcken von Nadelhölzern und Eichen errichtet und befinden sich über Reizfeldern, wie Mutungen mit der Wünschelrute ergaben.

Generell sind die Ameisen bei der Wahl ihres Baumaterials sehr anpassungsfähig. Der Oberbau besteht aus zusammengetragenen Vegetabilien, wie z. B. Nadeln, bis zu 4 cm langen Holzteilchen, Knospenschuppen, Blätterteilen, Harzklümpchen, Moosen und Flechten, welche stückweise fachgerecht zu einer stabilen Konstruktion von Kammern und Gängen zusammengefügt werden.

Der bis zu 2 m tiefe Unterbau mit seinen vielen Kammern und Verbindungsgängen dient der Eiablage und der Überwinterung.

Wilhelmswarte

Wilhelmswarte

Das Waldameisenvolk im Jahresverlauf (Entwicklung- und Ruhephasen)

Winterruhe

Vor der 4-5 Monate andauernden Winterruhe dichten die Waldameisen ihren Bau ab und ziehen sich tief in den Boden zurück, wo sie sich weit zerstreut in Gängen und Kammern dicht zu kleinen „Ameisenknäueln“ aneinander drängen. Vorher verzehren sie viele Vorräte, die in ihrem dehnbaren Hinterleib als Fettkörper gespeichert werden.

Sie überwintern bei einer durchschnittlichen Körpertemperatur von +1€ und stellen ihre Körperfunktionen vorübergehend ein. Man nennt die Winterruhe auch Kältestarre. Ameisen überwintern ohne Brut.

Königshöhle Baden

Königshöhle Baden

Sonnungsperiode

Die sogenannte Sonnungsperiode beginnt in Abhängigkeit von Witterung und geographischer Lage schon im Februar. Dann kommen die ersten Arbeiterinnen als Kundschafterinnen an die Nestoberfläche. Nach und nach kommt das ganze Volk an die Nestoberfläche, wo Arbeiterinnen und Königinnen auf der besonnten Seite der Nestdecke liegen. Somit steigt die Körpertemperatur auf bis etwa 17 C° und die Beweglichkeit der Tiere wird gesteigert.

Natura 2000 Niederösterreich Anninger Beethovenweg

Natura 2000 Niederösterreich Anninger Beethovenweg

Die vor der Winterruhe gespeicherten Energievorräte werden in dieser doch nahrungsarmen Zeit verbraucht. Durch die Körpertemperatur der Ameisen wird der Nestkern angeheizt und es entsteht eine geregelte durchschnittliche Temperatur von 27 C° im Bau, die über Nacht nur 2 – 3 °zu rückgeht.

Aus den ersten Eiern (Winter- bzw. Frühjahrseier), welche die Königinnen legen, schlüpfen Larven, die sich durch Fütterung mit hochwertigem Nahrungssaft aus Drüsen zu geflügelten Geschlechtstieren entwickeln.

Das Verhältnis der sich aus diesen Eiern entwickelnden Männchen und Weibchen ist von der Nesttemperatur abhängig, wobei die Besamung der Eier erst bei Temperaturen über + 18 C° funktioniert. Bei Temperaturen über + 18 C° entwickeln sich geflügelte Weibchen, bei Temperaturen unter + 18 C° geflügelte Männchen. Die Nesttemperatur kann vom Volk selbst durch Nestbauform und Durchlüftung reguliert werden.


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