Pecherei


Die Pecherei in Mödling bilder

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Im Raum Mödling wurde bis in die 1960er-Jahre noch vereinzelt geharzt. Der Rückgang dieses Gewerbes ist u. a. auf Billigimporte aus dem Ausland zurückzuführen.

Dazu kamen Fortschritte in der technischen Chemie, die das Harz als Rohstoff für die Papier-, Lack- und Seifenindustrie, für den Buchdruck das Anstreichergewerbe sowie die Erzeugung von Schuhcremen und den medizinischen Bedarf überflüssig machten.

Für viele Familien war die Harzgewinnung neben der Landwirtschaft eine wichtige zusätzliche Einnahmequelle. Sie half ihnen über Missernten und Kriegszeiten hinweg. Mit 90 bis 120 Jahre war eine Föhre im günstigsten Alter für die Pecherei.

Es gab viele Familien, die ausschließlich von der Harzgewinnung lebten. Um sie bescheiden ernähren zu können, musste ein Pecher 2.500 bis 3.000 Schwarzföhren bearbeiten.

Das Arbeitsjahr des Pechers begann bereits im Winter mit der Vorbereitung der Geräte. Wobei vom Frühjahr bis in den Herbst von einem Achtstundentag keine Rede sein konnte. Oft musste die ganze Familie mithelfen.

Kaum jemand kannte den Wald so gut wie der Pecher, der genau wusste, dass er seine Harzbäume nur zart anschneiden darf, um ihnen nicht zu schaden.

Wenn man heute mit offenen Augen am Ostabfall des Anningers, im Prießnitztal, am Jennyberg oder Frauenstein unterwegs ist, findet man noch viele ehemals angeharzte Schwarzföhren, deren Bea beitung vor langer Zeit eingestellt wurde. Auf dem Eichkogel wurde vor rund 170 Jahren der Flaumeichenbuschwald entfernt und Schwarzföhren, vermutlich für die Pechgewinnung gepflanzt. Doch hier wurde nie geharzt.

Im Heimatbuch für den Bezirk Mödling aus dem Jahr 1959/1960 ist nachzulesen, dass in Niederösterreich noch 1.500 Pecher, im Bezirk Mödling noch sieben Pecher ihrem Handwerk nachgehen. Viele Harzraffinierien mussten seither schließen.

1990 wurde in Hernstein ein alter Pecherhof wieder zum Leben erweckt. Dort werden heute noch rund 15 Harzprodukte hergestellt.

  1. Rinde
  2. Lachte
  3. Pechscharte
  4. Laß
  5. Leben
  6. Schnabel
  7. Pechhäferl
  8. Nagel

Pechpittel

2011 wurde die Pecherei als „Immaterielles Gut in die UNESCO-Liste aufgenommen. Modhng hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte der PecheieTin der Öffentlichkeit bekannt zu machen.

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