Archäologische Funde am Sölkpass


Archäologische Funde am Sölkpass

Archäologische Funde am Sölkpass

In den Jahren 1999 und 2000 fanden auf der Passhöhe neben dem Parkplatz und der Kapelle Ausgrabungen des Bundesdenkmalamtes und des Vereines ANISA statt. Die Archäologen wollten erforschen, seit wann der Alpenübergang über den 1780 m hohen Sölkpass benutzt wurde. Die Ergebnisse der Forschung waren überraschend.

Drei Pfeilspitzen aus Hornstein beweisen eine Anwesenheit von Menschen – wahrscheinlich Jägern – bereits vor über fünftausend Jahren. Damals in der ausgehenden Jungsteinzeit kannte man noch keine Metalle, fertigte Geräte und Waffen aus Stein.

Etliche Zeit später errichtete man auf dem Grat an der höchsten Stelle des Passes eine für die Steiermark bislang einzigartige Anlage: Es handelt sich um einen hochalpinen Brandopferplatz. wo unter freiem Himmel den Göttern Opfer dargebracht wurden. Die Menschen verbrannten Teile von Tieren (Schafe und Ziegen) und deponierten Schmuckstücke (Nadeln und Ringe aus Bronze) und Scherben der wahrscheinlich bei den Opfern verwendeten Keramikgefäße. Die Überreste der über längere Zeit hin dargebrachten Opfer bildeten mit Asche und Holzkohle im Lauf der Zeit einen flachen Hügel, der nahe der modernen Kapelle noch zu erahnen ist. Eine weitere Fläche mit Asche und Holzkohle, aber ohne Opferreste, wurde unterhalb des Brandopferplatzes wenige Meter hinter dem Parkplatz entdeckt.

Benutzt wurde der Brandopferplatz in der späten Bronzezeit, also vor ungefähr 3000 Jahren. Ähnliche Opferplätze kennen wir in den Ostalpen vor allem in Tirol und Südtirol.

Direkt neben dem dann wohl schon verlassenen Opferplatz haben Reisende späterer Jahrhunderte Münzen hinterlassen: Die Archäologen fanden eine seltene, in Gallien in der Nähe von Paris geprägte keltische Münze aus dem 1. Jahrhundert vor Christi Geburt und eine Münze des römischen Kaisers Domitian aus dem Jahr 85 nach Christi Geburt. Man benützte also auch damals den Sölkpass als Verbindung zwischen dem Enns- und dem Murtal.

Die heute als „Römerweg“ bezeichneten, vor allem gegen das Ennstal hin gut sichtbaren Altwege stammen allerdings nicht von den Römern, sondern sind neuzeitlich.

Am Ende des Mittelalters oder in der beginnenden Neuzeit wurde aus wuchtigen Steinblöcken die Grenzmauer errichtet, welche die Passhöhe bis weit auf die Hänge hinauf absperrt. Dazu gehört wahrscheinlich auch das gut erkennbare Fundament eines Blockhauses aus großen Steinen direkt hinter dem Parkplatz. Vielleicht stehen Grenzmauer und Blockhaus im Zusammenhang mit der Verteidigung des Landes gegen die Türken am Ende des Mittelalters (nach 1480).

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